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Gilles Estgen 12 Jahre lang im SIGI-Bureau
20/03/2018 16:00
 

Porträt eines Engagierten

12 Jahre lang hat Gilles Estgen als Vize-Präsident die Ausrichtung des SIGI mitgestaltet. Porträt eines Engagierten, dessen Interesse für Informatik an der TU Kaiserslautern begann.

​​​​Wir treffen Gilles Estgen in Schengen, an der Uferpromenade der Mosel.

1999 wurde er in den Gemeinderat der damaligen Gemeinde Wellenstein gewählt, ein Posten, den er auch nach der Fusion im Gemeindeerat Schengen bis zu den Wahlen im Oktober 2017, bei denen er nicht mehr antrat, innehatte. Er war in der Gemeinde Schengen unter anderem mitverantwortlich für die Bereiche, Kommunikation, Regionalförderung sowie für den Einsatz der neuen Technologien im Schulunterricht.

Seit 2004 ist er Direktor des Maacher Lycée in Grevenmacher, seit 2006 ist er Vize-Präsident des SIGI. Ein Amt, das er noch bis zur Konstituierung des neuen SIGI-Comités bzw. SIGI-Bureaus Anfang 2018 ausüben wird. 

​1. Sein Weg zur Informatik
Gilles Estgen interessierte sich schon früh für Informatik. Neben dem eigentlichen Maschinenbau-Studium an der Technischen Universität Kaiserslautern arbeitete er sich in diverse informatische Programme ein. In der ersten Phase seines Berufslebens, als Professor, half er mit, im Lycée des Arts et Métiers eine neue Sektion aufzubauen, die Techniker-Ausbildung im Bereich Informatik: „Ich habe früh das Potential erkannt, das im Bereich Informatik liegt, um diese nutzbar zu machen - für einzelne Personen, für Gemeinden, für Verwaltungen."

2. Seit 2004 Direktor
Nach seiner Tätigkeit als Lycée-Professor und als Mitarbeiter im Ministerium konnte Estgen ab 2004 als Schuldirektor in Grevenmacher seine gestalterischen und organisatorischen Fähigkeiten („Das liegt mir") einbringen. Bei seinem Amtsantritt stand eine Gebäudeerweiterung auf dem Programm. Es ging um eine Fläche von 49.300 m2 und eine Investitionssumme von rund 30 Millionen Euro: „Ursprünglich war geplant, einen Umbau für 600 Schüler zu machen. Dann machten wir daraus einen Ausbau für über 900 Schüler, aufgrund des Bedarfs. Das neue Gebäude war wirklich eine gute Entscheidung. Und es wurde nach unseren Vorstellungen realisiert."

3. Erfahrungen im Bereich Gemeindefusion
Welche Herausforderungen gab es für Gilles Estgen als Gemeindepolitiker in der abgelaufenen Mandatsperiode? „Die Gemeindefusion war sicher das wichtigste Thema der letzten Jahre. Ende 2011 entschieden sich die Bürger von Burmerange, Wellenstein und "Alt-Schengen" für die Fusion zu einer neuen Gemeinde Schengen. Es war viel Detailarbeit notwendig, weil es zum Teil drei unterschiedlich organisierte bzw. geführte Gemeinden waren. Aber das ist bei anderen Gemeindefusionen auch so. Der SIGI hat uns in diesem Zusammenhang bestens unterstützt. Er hat kompetente Mitarbeiter bereitgestellt, welche mit ihrer großen Erfahrung schon diverse Gemeindefusionen informatisch begleitet haben." 

4. Pionierprojekte im Bereich Informatik im Schulsektor
Wir befinden uns im Rathaus in Remerschen. Und sprechen über das Thema Informatik im Schulsektor. Gilles Estgen dazu: „Im Zuge der Fusion hat die Gemeinde ab 2012 hohe Investitionen in verschiedenen Bereichen getätigt, unter anderem auch im Bereich Informatik- und Multimediaausstattung der drei Grundschulen. Uns in der Gemeinde war es einfach wichtig, unsere Schulen informatisch und technologisch auf den neuesten Stand zu bringen. Unsere Kinder sollten gut auf die entsprechenden Anforderungen - in den weiterführenden Schulen bzw. in ihrem späteren Leben - vorbereitet werden."

Estgen über eines von mehreren Projekten: „Positiv erwähnen lässt sich etwa, dass wir 2013 als Versuch die erste interaktive Tafel in einem neuen Schulsaal in Bech-Kleinmacher eingeführt haben. Die betroffene Lehrerin nutzte diese in Kombination mit Beamer und Projektionskameras optimal. Ich habe in diesem Fall einfach einen Stein ins Wasser geworfen. Später wollten auch die anderen Lehrer eine solche Tafel. Heute ist es in allen Schulen der Gemeinde Standard"

Und was sein Lycée in Grevenmacher betrifft? „Insgesamt stehen wir sehr modern da, was die Informatik anbelangt. Auch hier sind die interaktiven Tafeln in allen Klassensälen Standard, zudem haben wir verhältnismäßig viele Informatik-Säle in unserer Schule. Wir waren auch eine der ersten Schulen, die flächendeckend WIFI im ganzen Gebäude hatte. Für die Abendkurse bieten wir eine digitale Anmeldemöglichkeit. Und 2017 haben wir erstmals ein elektronisches Klassenbuch eingesetzt und die ersten iPad-Klassen im Maacher Lycée eingeführt."

Wie würde Gilles Estgen den Nutzen der Informatik für die Schulverantwortlichen selbst beschreiben? „In der Grundschule und in der Sekundarstufe habe ich gesehen, dass die Informatik alles viel einfacher macht -  die Analyse, die Planung, die Verwaltung. Auch kann die Informatik neue Wege in Methodik und Pädagogik aufzeigen. Jedoch: die Informatik ersetzt nicht, sie hilft!"

5. Mitgestalter der Ausrichtung des SIGI in den letzten 12 Jahren
Am 4. Mai 2006 wählte das Comité des SIGI die Mitglieder des Bureaus. 12 Kandidaten bewarben sich, sechs wurden gewählt, darunter Gilles Estgen. Als Vize-Präsident wurde er für zwei Mandatsperioden, also 12 Jahre, bestätigt.

Ähnlich rasant wie sich die Informatik entwickelt hat, haben sich auch die Aktivitäten des SIGI in den letzten 12 Jahren verändert. Welche größere Etappen gab es in der Anfangszeit seiner Mandatsperiode? „Ein Thema war die Zentralisierung. Diese hat den SIGI wohl am meisten nach vorne gebracht. Wir sind weg von den einzelnen HP3000-Stationen in den Gemeinden. Die Zentralisierung brachte auch zusätzliche Vorteile im Bereich Datensicherheit. In den folgenden Jahren ist noch das Heranrücken an den Bürger zu nennen. Dieses Bestreben, die Informatik nicht mehr nur in der Verwaltung zu belassen, sondern auch den Bürgern näher zu bringen, war schon ein wichtiger Meilenstein."

Als hilfreich und wertvoll für die Gemeinden bezeichnet Estgen auch, was der SIGI in den letzten 10 Jahren im Bereich zentraler Einkauf erreicht hat: „Wenn der SIGI es schafft, durch ein Gesamtpaket viel billiger an Software-Lizenzen heranzukommen, dann ist das schon ein wichtiger Vorteil für die Gemeinden. Zu nennen sind auch geldwerte Vorteile bei Verhandlungen mit anderen großen Dienstleistern und Lieferanten."

Was er noch erwähnen möchte? „In den letzten Jahren ist der SIGI bei einzelnen Projekten zu einem vertrauenswürdigen und verlässlichen Partner für verschiedenen Ministerien geworden. Über diesen Weg leistet der SIGI einen wichtigen Beitrag bei der Umsetzung von politischen Entscheidungen  - unter anderem dann, wenn diese die Interessen der Gemeinden tangieren."

6. Als Gemeindepolitiker selbst Nutzer von SIGI-Lösungen
Welche SIGI-Lösungen waren für den gewählten Gemeindepolitiker, also für den Élu Gilles Estgen, hilfreich? „Hier kann ich die Anwendung Gestion des séances positiv hervorheben. Wir nutzen diese Anwendung ja bereits im SIGI. In unserer Gemeinde haben bereits eine Plattform wo alle Dokumente der Sitzungen für die Ratsmitglieder einsehbar und nutzbar sind, wobei die Entwicklung auch hier sicher weiter gehen wird. Die Schnelligkeit, mit der wir dadurch heute arbeiten können, ist schon erstaunlich."

Estgen ergänzt: „Mir gefallen auch die ganz nützlichen Werkzeuge im Bereich Finanzen. Etwa das Tableau de bord financier. Es hilft den politisch Verantwortlichen, gute und fundierte Entscheidungen bei Investitionen in ihren Gemeinden zu treffen und einen kohärenten Überblick über den Plan Financier Pluriannuel zu bekommen."

Gilles Estgen hebt noch einen anderen Aspekt hervor: „Wichtig in unserer Gemeinde war es auch, regelmäßig neue Wege in Richtung Bürgernähe einzuschlagen. So war Schengen oft eine Mitmach- und Testgemeinde bei neuen SIGI-Anwendungen, manchmal sogar eine Pioniergemeinde. Die Lösung sms2citizen etwa funktioniert sehr gut bei uns. Bei allen neuen Lösungen bemühen wir uns natürlich, diese so umzusetzen, dass die Bürger den größtmöglichen Nutzen haben.  

Was ist aus seiner Sicht für Gemeindepolitiker noch wichtig? „Die Fähigkeit  des SIGI, gesetzliche Änderungen, die Gemeinden tangieren, innerhalb kurzer Fristen informatisch umsetzen zu können. Dadurch sind die Gemeinden juristisch gesprochen en règle, also stets gesetzeskonform."

7. Seine Heimat – eine der SIGI-Gründungsgemeinden
Um den privaten Gilles Estgen näher kennenzulernen, fahren wir nach Wellenstein. Besucher hier stellen fest: Der Ortskern, die verwinkelten Gassen, die alte Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert - das hat schon etwas ganz Besonderes.  Wellenstein war übrigens eine der SIGI-Gründungsgemeinden.

Vor Ort, in seinem Heimatdorf, spricht Gilles Estgen über seine andere Leidenschaft: „Es ist eine Art Hobby für mich - das Engagement für das Dorf, für die Region. Ich mag einfach die herrliche Natur, die Weinberge, die Produkte und die Menschen hier. Mir liegt insgesamt die ganze Region entlang der Mosel am Herzen. Als Präsident der Tourismusorganisation ORT Moselregion und als Vizepräsident von Luxembourg for Tourism werde ich mich in Zukunft weiterhin stark für die Region einsetzen."

Gilles Estgen erwähnt noch eine interessante Parallele: „Was beim ORT, beim SIGI und bei ähnlichen Strukturen wichtig ist - das ist der Solidaritätsgedanke. Um beim SIGI zu bleiben: Da gibt es eine Art Solidarität zwischen den großen und kleinen Gemeinden. Größere Gemeinden zahlen aufgrund ihrer Bevölkerungsanzahl proportional mehr. Der SIGI muss aber auch bei den kleinen Gemeinden aufmerksam zuhören. So eine kleinere Gemeinde ist natürlich ein ganz anderer Kunde des SIGI als zum Beispiel die Stadt Esch. Auch beim Tourismus sind nicht alle Gemeinden gleich viel betroffen, sie stehen aber solidarisch zusammen - im Interesse der Region."

8. Seine Rede beim SIGIday 2017 in Moutfort
Für den Abschluss dieses Porträts treffen wir Gilles Estgen Anfang Juni 2017 in Moutfort. Dort findet der traditionelle SIGIday statt. Estgen blickte in seiner Rede auf seine 12 Jahre beim SIGI zurück:  „Das ist hier mein letzter SIGIDay, weil ich im Oktober nicht mehr bei den Gemeindewahlen antreten werde. Ich hatte die Chance, zwei Mandatsperioden lang im SIGI-Bureau die Ausrichtung des SIGI mitzugestalten. Wie die deutschen Kollegen sagen würden: Ich war 'mittendrin statt nur dabei', also aktiv engagiert. In den letzten 12 Jahren hat der SIGI eine Entwicklung mitgemacht, die viele Vorteile für die Gemeinden brachte."

Und er fügte hinzu: „Der SIGI ist mehr als ein normales Syndikat, weil er auch eine Art Produktionsschiene hat. Die Geschwindigkeit bei der Entwicklung von Technologie ist enorm. Und was heute vielleicht innovativ ist, ist morgen eventuell schon obsolet. Der SIGI muss deshalb visionär sein und er muss proaktiv arbeiten. Hier mitzugestalten und mitzuwirken war mir ein Anliegen."

9. Mit Leidenschaft zur Entwicklung der Informatik in den Gemeinden beitragen
Zum Schluss seiner Rede beim SIGIday meinte Gilles Estgen: „Lassen Sie sich beim SIGIDay überzeugen. Wenn Sie die Stände sehen und mit den Mitarbeitern sprechen, werden Sie sehen, dass beim SIGI eine ganz wertvolle Arbeit geleistet wird. Und dass da Leute dahinterstehen, die mit Herz und Seele zur Entwicklung der Informatik in den Gemeinden beitragen."

Dieser Satz passt eigentlich auch sehr gut zu Gilles Estgen: Mit Leidenschaft zur Entwicklung der Gemeinden und der Region beitragen.

Seine eigene Leidenschaft für Informatik begann als 20jähriger an der TU Kaiserslautern.

Und er hat sich diese bis heute erhalten. ​​

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