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Nico Jacobs seit 2006 im SIGI-Bureau
03/02/2017 00:00
 

10 Fragen zum 10jährigen Jubiläum

Seit 2006 bereichert Nico Jacobs mit seiner internationalen Erfahrung das SIGI-Bureau. SIGI.LU traf ihn Ende 2016 für ein Porträt in Form von 10 Fragen und Antworten.

​​​​Wer ist Nico Jac​obs?

Geboren 1958 in Ettelbrück. Beruflich war ich fast 40 Jahre in einem inte​​rnationalen Umfeld tätig, zuerst bei einer Bank, dann beim amerikanischen Goodyear-Konzern. In der Gemeindepolitik bin ich seit drei Perioden tätig, als Gemein​​derat in Putscheid, zusätzlich als Vizepräsident eines Syndikats in der Region.

Mein Vater ist aus dem Norden, ein Bauernjunge. Er ist damals zu Goodyear gekommen, als diese in den 50er Jahren gegründet wurde. Er hat als Arbeiter angefangen, hat sich dann hochgearbeitet. Unter anderem hat er den Unisteel-Reifen in Jamaica eingeführt, das als kleines Detail aus seinem Berufsleben.

Ich selbst bin verheiratet, habe vier Kinder. Wenn die Kinder mit ihren Partnern bei uns zu Hause sind, sind wir zu neunt am Kaffeetisch.​

Wie haben Sie Ihr Berufsleben begonnen?

In den Beruf gestartet bin ich mit 21, nach einem technischen Bac, bei der Banque Nationale de Paris in Luxemburg-Stadt. Nach zwei Jahren war ich Chef der Abteilung Aktien und Obligationen. Ich war auch Goldhändler und hatte den Schlüssel des Tresors. Damals war ich schon in einem internationalen, mehrsprachigen Umfeld, mit Kunden aus vielen Ländern der Welt.

Mit 25 wollte ich mehr im Bereich Informatik machen. Weil mein Vater bei der Goodyear arbeitete und ich einen entsprechenden Informatik-Hintergrund hatte, bin ich dann bei Goodyear eingestiegen. Das war vor rund 35 Jahren.

Welche beruflichen Stationen haben Sie bei Goodyear durchlaufen?

Angefangen habe ich im Bereich ‚Quality'. Das war jene Zeit, als die Damen noch mit Lochkarten arbeiteten. Die Qualität war nicht immer ausreichend. Ich war hier in der Qualitätskontrolle der Daten. Mit der Zeit habe ich mich dann in das Thema Software hineingearbeitet, ich habe selbst programmiert. Nach und nach haben wir den ersten Helpdesk auf die Beine gesetzt, wo ich im Back-Office tätig war. Auch da musste ich Berichte über Qualität schreiben, habe diesen Bereich Qualitätskontrolle also immer beibehalten.

Später übernahm ich eine größere europäische Verantwortung, wurde Chef des europäischen Helpdesks. Nach dieser Aufgabe bin ich zurück in den Bereich „RDEQ – Research, Development, Engineering and Quality". Da war ich zum Schluss zuständig für Luxemburg, Amerika und Deutschland, die drei Goodyear-Innovationsstandorte. In den letzten Jahren war ich „Global Manager for Infrastructure", dann „Global Manager for Operations".

Können Sie uns einen Einblick in Ihre internationale Managementätigkeit geben?

Nehmen wir das Beispiel „europäischer Helpdesk". Wir hatten zu Beginn zwei Stationen, eine in Colmar-Berg, eine in Hanau/Deutschland, die wir dann konsolidierten. Später lagerten wir den Helpdesk zu Fujitsu nach Lissabon aus. Es handelte sich um ein klassisches „Outsourcing". Da sind wir bei einem wichtigen Aspekt des Managements: Es gehören auch schwierige Aufgaben und Entscheidungen dazu. Es ist nicht so, dass es Spaß macht, ein Outsourcing zu organisieren. Weil man weiß, dass man dann eine Abteilung zumachen muss. Insgesamt gelang es mir in diesem Fall aber, fast allen Mitarbeitern einen anderen Platz innerhalb der Goodyear zu ermöglichen, worauf ich stolz bin.

Ein anderer Aspekt des Managements ist es, dass man alles gut strukturieren und organisieren muss. Im Fall des des europäischen Helpdesks gab es etwa rund 5000 Anrufe im Monat, die bearbeitet werden mussten, dazu kamen viele E-Mails und andere Anfragen - aus ganz Europa, aus allen Fabriken und Verwaltungszentren. Wichtig hierbei war und ist, dass man viele Sprachen anbieten kann und dass man 24 Stunden und 7 Tage erreichbar ist. Das erfordert eine gute Organisation.

Wie arbeitet eigentlich das SIGI-Bureau?​

Es trifft sich gewöhnlich zwei Mal pro Monat. Es prüft diverse größere strategische Vorhaben, etwa jene, das Angebot zu erweitern. Die Dossiers werden dann dem Comité, bestehend aus den Delegierten der Gemeinden, zur Abstimmung vorgelegt. Auch Vorschläge für die Neueinstellung von Personal werden dem Comité vorgelegt.

Mitglied des SIGI-Bureaus bin ich seit 2006. Ich wurde auch in die Position des Vertreters der „Circonscription du Nord" gewählt. In dieser Funktion vertrete ich die kleinen Nord-Gemeinden, die laut Statuten keinen eigenen Vertreter im Comité haben, sondern nur einen gemeinsamen Delegierten.

Als Repräsentant dieser „Circonscription du Nord" muss ich im Sinne der kleinen Gemeinden denken. Diese benötigen andere Dinge als eine Stadt, etwa Esch. Es gibt immer wieder Fälle und Projekte, wo wir sagen: „Das passt nicht für eine kleine Gemeinde." Von den kleinen Gemeinden im Norden gibt es übrigens keine, die mich nicht persönlich kennt.

Wie konnten Sie Ihre internationale Erfahrung in die Arbeit für das SIGI-Bureau einbringen?

Mir war immer wichtig, verschiedene Interessen im Sinne der Zukunft des SIGI zu vertreten. Sie müssen von Folgendem ausgehen: Wenn im Comité 50 Gemeindevertreter sitzen, alle mit einem unterschiedlichen Hintergrund, dann gibt es bei neuen Projekten eine gewisse Zurückhaltung, was auch zu verstehen ist. Aber in der Informatik ist es so: Wenn man am Ball bleiben will, muss man mitziehen können. Ich meine, dann ist es wichtig, wenn im Bureau jemand sitzt, der ein bißchen „Lobbying" im positiven Sinn macht, also im Sinne der Zukunft bestimmte Interessen vertritt. Und der sagt, wie wichtig es ist, dass es mit der Informatik in diese oder jene Richtung weitergeht.

Mir war auch wichtig, den Mix aus Informatik- und Managementwissen einzubringen. Wenn wir im Bureau über strategisch wichtige Dinge beraten, dann ist es wichtig, Leute zu haben, die hier eine längere Erfahrung haben. Ich konnte hier gut mithalten, die entsprechenden Beratungen nachvollziehen und einige Impulse für die Zukunft setzen.

Wie haben Sie die letzten 10 Jahre des SIGI erlebt?

2006 hatte die Gemeinde Putscheid als Mitglied des SIGI das ganze GESCOM-Programm abonniert, benutzte aber nur minimale Teile davon. 2007 kam mit Carlo Gambucci ein neuer Direktor. Er war CIO bei Arcelor Mittal. Mit ihm an Bord kam in den SIGI eine neue, ja große strategische Vision. Eine solche muss man in der IT heutzutage haben.

Über die Jahre hinweg hat sich der SIGI gut entwickelt. Es wurden einige wichtige Weichen gestellt. Das Thema Finanzen etwa ist eines, das uns Gemeindepolitiker bewegt. Der SIGI hat sich gerade in diesem Bereich in den letzten Jahren stark entwickelt, mit dem „Plan Pluriannuel", dem „Tableau de Bord", den Themen „Benchmarking" und „Cockpit". À propos „Benchmarking": Hier sagte ich in einer öffentlichen Präsentation 2015: „Tout commença dans le Nord". Es gab da eine gute Kooperation zwischen dem Syndicat SICLER und dem SIGI. Als Mitglied des Bureaus und als Vertreter der „Circonscription du Nord" habe ich das gefördert.

Zuletzt hat der SIGI beim Thema „Patrimoine immobilier communal" einige wichtige Akzente gesetzt, hier gibt es noch interessante Potentiale für die Gemeinden.

Welche aktuellen Themen sehen Sie beim SIGI?

GESCOM auf dem letzten Stand zu halten, das ist ein wichtiges Thema. Vergleichbare Aufgaben haben aber auch eine Goodyear oder andere große Firmen. Zusammengefasst geht es darum, Plattform-unabhängige Softwarelösungen zu programmieren.

Transparenz und gute Kommunikation sind auch wichtige Aspekte. Gut gefallen haben mir zuletzt die SIGI-Veranstaltungen, etwa die „Journée des Élus" in Colmar-Berg, sowie der neue Produkt-Katalog des SIGI. Er hilft den Gemeinden, noch besser zu erkennen, was der SIGI ihnen alles bieten kann. Ein Beispiel: GESCOM wird von allen genutzt. Man muss es sozusagen benutzen. Dann gibt es aber noch andere Produkte, die einen vielfältigen Nutzen bieten. Das zeigt der Katalog sehr schön.

Welche Besonderheiten gibt es in Ihrer Region?

Zum Beispiel seit 2014 die Niederlassung des SIGI Nord, in Hoscheid. Mir war eine Präsenz im Norden immer sehr wichtig, ich habe mich sehr dafür eingesetzt. Eine wichtige Überlegung war es, den Gemeindemitarbeitern im Norden die Möglichkeit zu geben, eine Schulung in ihrer Nähe machen zu können, ohne dass sie nach Contern fahren müssen. Und sie sollten eine Anlaufstelle für alle Fragen der Informatik bekommen. Von den Gemeinden bekamen wir bis jetzt sehr gute Rückmeldungen für die SIGI-Niederlassung im Norden. Auffallend ist, dass die Schulungen oft einen Tag nach dem Veröffentlichungsdatum ausgebucht sind.

Ein andere Besonderheit in unserer Region ist natürlich der SISPOLO. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Schul-, Sport- und Freizeitinfrastruktur von Parc Hosingen und Putscheid. Auf dem Gelände arbeiten mehr als 200 Leute. Ich selbst bin dort seit rund 18 Jahren Vizepräsident. Für das „Centre écologique" auf dem Gelände nutzen wir übrigens das SIGI-Reservationsprogramm „AER -  Associations, Événements et Ressources". Mit diesem kann man seine Veranstaltungsgebäude verwalten, was für Gemeinden sehr hilfreich ist.

Beim SIGI-Produkt „sms2citzen" waren wir im SISPOLO sogar ein Vorreiter. Wir nutzen es etwa für die Benachrichtung von Eltern mit schulpflichtigen Kindern, können mitteilen: „Der Bus xy kommt ein bißchen später." Das wird sehr geschätzt. Mit einer solchen Anwendung gelingt es der Gemeinde auch, eine zusätzliche Beziehung zu den Leuten aufzubauen.

Zum Schluss: Was macht der private Nico Jacobs gerne in seiner Freizeit?

Ein Hobby ist die Musik. Ich habe vor dem 10. Lebensjahr damit angefangen, in Colmar-Berg, wo ich aufgewachsen bin. Nachdem ich hier in die Gegend gezogen bin, spiele ich Zugposaune in der Harmonie Hosingen.

Ein anderes, kleineres Hobby, ist die Jagd. Ich fand den Weg dazu, weil unsere Gegend lange Zeit eng mit dem Wildpark verbunden war. Von dem, was ich schieße, könnte aber keine Familie leben.

Etwas Größeres organisierte ich 2015 in meiner Freizeit für Télévie. Erstmals brachten wir das Télévie-Spendenzentrum Norden auf das SISPOLO-Gelände. Ich leitete ein Organisationsteam von 15 Personen. Das Besondere war, dass alle Vereine aus den zwei Gemeinden Putscheid und Parc Hosingen mitmachten. Insgesamt bekamen wir die beachtliche Summe von 180.000 Euro zusammen.

Durch meine Goodyear-Zeit habe ich natürlich eine spezielle Verbundenheit mit Amerika. Im September 2016 war ich auf der Goodyear-Basis für Zeppeline. Diese ist in Amerika ganz berühmt. Ich stand unter dem Zeppelin, wie es raufgegangen ist. Ich poste nicht oft etwas auf Facebook, aber das habe ich gepostet.

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